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Zweite holt sich den ersten Sieg am Tag der offenen Tür

Herren

14. September 2026

Trotz regnerischem Herbstwetter waren an vergangenen Sonntag einige Zuschauerinnen und Zuschauer in das Rohrbachtal gepilgert. Schließlich stand sowohl für die Zweite als auch anschließend für die Erste das Nachbarschaftsduell mit den beiden Teams des SV Unterweissach an. Und die Zuschauenden konnten nach dem Spiel neben nassen Klamotten, einem gut gefüllten Magen vor allem eins mit nach Hause nehmen: einen Ohrwurm von der Tormusik der SGOS. Dass der Sportplatz-DJ nach der Partie keinen Krampf im Daumen bekommen hat, grenzt an ein Wunder. Die Ticker-Schreiber haben sich zwar die Finger wundgetippt, aber die Fans kamen zumindest auf ihre Kosten.


Doch erst einmal der Reihe nach: nach zwei Niederlagen zum Auftakt der neuen Saison in der Kreisliga A2 stand für die Zweite das Duell mit dem Fast-Nachbarn aus dem Täle an, zu dem üblicherweise eine Art Hassliebe besteht. Trotz vieler persönlichen Kontakte sind die Duelle oft hitzig, was auch vor allem an der fußballerischen und kämpferischen Qualität des Gegners liegt, die dem eigenen Team alles abverlangt. Die zweite Mannschaft der Weissacher war der SGOS bisher aus den Duellen mit der Dritten in der Kreisliga B5 vorletzte Saison bekannt, als man sich ein Rennen auf Augenhöhe um die Meisterschaft lieferte. Der SVU entschied am Ende das Duell für sich und stieg als Meister in die Kreisliga A2 auf. Dort spielte man in der letzten Saison eine enttäuschende Hinrunde, stabilisierte sich jedoch in der Rückrunde und beendete die Saison auf einem respektablen zehnten Platz. In der laufenden Saison musste man zwei Niederlagen hinnehmen, konnte der SGM Erbstetten/Backnang jedoch ein Unentschieden abringen. Trotz des am Vorabend stattfindenden Weissacher Weinfests war also mit hochmotivierten, vor allem auch fußballerisch gut ausgebildeten Gästen zu rechnen – die SGOS wiederum wollte nach zwei schwierigen Auftaktgegnern nun endlich die ersten Punkte einsahnen.


Dies musste die Elf aus dem Rohrbachtal leider ohne den erkrankten Spielertrainer Marcel Polaschek angehen. Nachdem ein „Weiter bleiben“ und „SVU ahu“ ertönt sind, ging es nach dem Anpfiff direkt zur Sache: in der 12. Minute verlängert Julian Schieber einen Eckball von Manuel Perri auf den langen Pfosten, wo Radomir Simeonov Stanchev zur 1:0-Führung einschiebt. Die Weissacher sind davon jedoch gänzlich unbeeindruckt und tauchen gleich dreimal völlig frei vor dem Kasten der SGOS auf, können den Ball jedoch nicht im Tor unterbringen. Stattdessen schlagen die Hausherren in der 31. Minute erneut zu, als Rafael Acojocaritei nach einem Steckpass von Marc Bogdanoff den Ball aus spitzem Winkel im Kasten des SVU versenkt. Zehn Minuten später kann Oppenweiler sogar nochmal erhöhen: einen Steckpass von Noah Hufen aus dem Mittelfeld erläuft Marc Bodganoff auf rechts und legt quer in die Mitte, wo Radomir Simeonov Stanchev nur noch einschieben muss und seinen Doppelpack schnürt. Die SGOS ist in der Chancenverwertung eiskalt und führt deutlich – kann aber auch von Glück reden, dass die Weissacher hier nicht selber drei Tore geschossen haben. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte können die Gäste per Strafstoß auf 3:1 aus Sicht der SGOS verkürzen.


In der zweiten Halbzeit legen die Gastgeber dann erst so richtig los. Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel verlängert Julian Schieber einen Einwurf zu Marc Bogdanoff, der den Ball aus acht Metern im Tor unterbringt. Zwei Minuten später zirkelt Julian Schieber den Ball aus 12 Metern in den Winkel – ein Tor der Marke „kann man mal so machen“. In der 59. Minute dann eine wunderschöne Kombination der SGOS: Noah Hufen bringt einen Seitenwechsel von halblinks auf die rechte Seite, wo Marc Bogdanoff den Ball unmittelbar in die Mitte bringt – Julian Schieber muss nur noch den Fuß hinhalten. Dann gönnt sich die Partie eine kurze Verschnaufpause, Betonung auf kurz – denn in der 67. Minute erhöht Rafael Acojocaritei nach Zuspiel von Radomir Simeonov Stanchev auf 7:1.


Tatsächlich war das erst der Auftakt zu einer turbulenten Schlussphase. Als der ein oder andere Zuschauer schon einen Hörschaden von der lauten Tormusik der SGOS hat, steigt beim zuhause weilenden Trainer das Fieberthermometer immer weiter an, wenn er jetzt auf den Liveticker blickt: der SVU hat sich anscheinend von der eiskalten Chancenverwertung der Hausherren inspiriert gefühlt und stellt das Ergebnis innerhalb von sechs Minuten auf 7:4. „Was machen die denn“ – eine WhatsApp-Nachricht, die es ganz gut zusammenfasst.


Fünf Minuten vor Schluss erzielen de Gäste sogar das 7:5. „Wird das das Comeback des Jahres?“ fragt sich nun jeder auf dem Sportplatz und denen, die es mit der SGOS halten, geht nun teilweise die Pumpe. Nicht aber Rafael Acojocaritei, denn der Stürmer verwandelt in der 86. Minute einen Strafstoß eiskalt und stellt auf 8:5 aus Sicht der Gastgeber. Und als wäre das nicht genug, darf der Keeper des SVU noch zwei weitere Male den Ball aus dem eigenen Tornetz holen: in der Nachspielzeit verwandelt Noah Hufen einen direkten Freistoß, nach Flanke von Rafael Acojocaritei trifft Ronan Bannenberg per Kopf zum 10:5-Endstand.


Ein turbulentes, torreiches Spiel endet damit mit dem ersten Sieg und den ersten drei Punkten für die Zweite in der Kreisliga A. Vor dem Tor war man heute eiskalt und die Offensive harmonierte annähernd perfekt, sodass am Ende ein zweistelliges Ergebnis zu Buche steht. In der ersten Halbzeit hatte man jedoch auch etwas Glück, dass man nicht in Rückstand gerät und auch in der zweiten Halbzeit ließ man den bereits besiegten Gegner unnötigerweise rankommen und brachte dadurch den ein oder anderen Zuschauer an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Unter dem Strich gewinnt die SGOS das Torfestival bei schwierigen, regnerischen Bedingungen jedoch hochverdient und fährt damit die ersten Punkte in der neuen Liga ein.


Am kommenden Sonntag geht es dann direkt mit einem Brocken weiter, fährt man doch zum Meisterschaftsfavoriten und Spitzenreiter nach Kleinaspach. Ist man vor dem Tor jedoch genauso kompromisslos wie gegen Unterweissach, so sollte man die vermutlich wenigen Chancen nutzen und den Favoriten ärgern können. Anpfiff ist um 15 Uhr in Kleinaspach.


Jubelbild nach dem 10:5-Heimsieg gegen den SV Unterweissach II.
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