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Meisterliche Moral der Zweiten zum Saisonabschluss

Herren

9. Juni 2026

Nachdem man sich bereits zwei Spieltage vor Schluss die Meisterschaft und damit auch den Aufstieg in die Kreisliga A sicherte, konnte die Zweite die letzten beiden Partien der Saison befreit und sorglos angehen. Die erste Reise als frisch gebackener Meister führte zum FC Winnenden – da das Hinspiel seitens des Gegners abgesagt wurde, kam es hier zum Premierenduell. Und obwohl die SGOS eine Viertelstunde vor Abpfiff noch mit 2:3 hinten lag, konnten die Jungs aus dem Rohrbachtal gleich dreimal nachlegen und die Partie für sich entscheiden – von „Saison entspannt auslaufen lassen“ war also nichts zu spüren.


Zum letzten Heimspiel der Saison empfing man den TSV Leutenbach, den man vor Beginn der Saison als Meisterschaftsfavorit benannt hatte. In der Realität waren die Gelben aus dem Winnender Stadtteil jedoch mit 40 Punkten auf Platz fünf in der Tabelle – also weit hinter der SGOS an der Spitze, andererseits auch nur vier Zähler von Relegationsplatz entfernt. Zudem sind die Leutenbacher so etwas wie der Angstgegner der SGOS, verlor man in der vergangenen Saison doch beide Partien und musste sich im Hinspiel im November mit einem Unentschieden begnügen.


Im Vorfeld der Partie bekam Kapitän Marvin Jung vom Staffelleiter dem Meisterwimpel überreicht. Eine verdiente Ehrung vor den vielen Zuschauern, die zum letzten Heimspieltag und Saisonabschluss im Rohrbachtal gepilgert sind.


Und die Zuschauer bekamen gleich von Anfang an eine turbulente Partie zu sehen: Leutenbach kann bereits nach zehn Minuten in Führung gehen. Die SGOS antwortet in der 21. Minute, als Jannik Widmann von rechts freigespielt wird und den Ball mit dem Spann im linken oberen Eck versenkt. Doch Leutenbach kann bereits zwei Minuten später durch ein Tor von Arian Hess wieder in Front gehen. Derselbe Spieler legt in der 34. und 39. Minute sogar noch nach und schnürt damit innerhalb von 16 Minuten einen Hattrick – die zuvor meisterlich gefeierten Hausherren gehen also mit einem 1:4-Rückstand in die Pause, wobei Leutenbach zwischenzeitlich sogar einen Elfmeter über das Tor nagelt.


Nach dem Seitenwechsel sind zehn Minuten gespielt, als dann ein Schuss von Marc Bogdanoff mit der Hand des Verteidigers geblockt wird – den fälligen Strafstoß verwandelt Elton Vaz Contreiras zu seinem 25. Saisontreffer. Erneute zehn Minuten später kriegt jedoch auch Leutenbach einen Foulelfmeter zugesprochen, den sie dieses Mal verwandeln und so eine halbe Stunde vor Schluss den Drei-Tore-Vorsprung wieder herstellen können.


Wie schon gegen Winnenden vergangene Woche liegt die SGOS kurz vor Ende mit mehreren Toren zurück – zeigt jedoch aber auch, dass sie auch eine meisterliche Moral besitzt, Spiele nicht aufgibt und immer weiterkämpft. Eine geschlossene Mannschaftsleistung personifiziert sich am heutigen Tag in einem Joker, der den Unterschied macht: Julian Schieber. Der erst kurz zuvor eingewechselte Stürmer schnürt in der 72. und 75. Minute einen Doppelpack und bringt die SGOS wieder auf 4:5 heran. Als Arian Hess in der 81. Minute zum 4:6 aus Sicht der Heimmannschaft trifft, scheint das der Todesstoß gewesen zu sein. Julian Schieber nimmt den Viererpack seines Gegenübers scheinbar jedoch persönlich und legt kurz vor Schluss selber noch einmal doppelt nach: in der 88. Minute trifft „Julo“ sehenswert per Direktabnahme á la James Rodriguez, in der vierten Minute der Nachspielzeit versenkt er die Kugel eiskalt mit einem platzierten Schuss im Eck.


Liest man das Wort „Unentschieden“ oder „Remis“, hat man einen trost- und torlosen Kick vor Augen. Davon war am heutigen Tag jedoch nichts zu sehen und die beiden Teams lieferten den zahlreichen Zuschauern eine verrückte Partie, die mit dem Endstand von 6:6 vielleicht auch zwei Sieger verdient hat. Nachdem die SGOS zur Halbzeit und auch noch rund zwanzig Minuten vor Schluss mit drei Toren zurücklag, ließ man wie schon in der Vorwoche gegen Winnenden die Köpfe nicht hängen und kämpfte sich trotz bereits feststehender Meisterschaft zurück in die Partie. Maßgeblichen Anteil am Punktgewinn hatte am heutigen Tag Julian Schieber, der nach seiner Einwechslung mit vier Treffern die SGOS quasi im Alleingang wieder zurückbrachte.


Die zweite Mannschaft der SGOS beendet die Saison also mit 53 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz und spielt damit nächste Saison eine Klasse höher. Der Aufstieg ist dabei verdient, stellt man doch sowohl die beste Offensive als auch Defensive der Liga. Auf dem Relegationsplatz landen die Nachbarn vom SV Spiegelberg, die am letzten Spieltag den punktgleichen TSV Oberbrüden durch den gewonnenen direkten Vergleich vom zweiten Platz verdrängen.


Im Anschluss an die Partie wurde der Saisonabschluss meisterlich bis in die Morgenstunden gefeiert – Sekt und sonstige Kaltgetränke, pyrotechnische Gegenstände, feinste Wurstwaren vom Grill und zahlreiche mehr oder minder prominente Partygäste inklusive. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die erste Mannschaft, die sich durch ihre Schlüsselrolle im Meisterschaftrennen der Bezirksliga Freibier erspielen konnte, welches im Anschluss der Partie der Zweiten ausgeschenkt wurde und der Meisterfeier somit die nötige Hydration verliehen hat.


Und an alle Leseratten: keine Sorge – in der kommenden Woche folgt ein ausführlicher Saisonabschlussbericht.




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