Für die Dritte stand am vergangenen Sonntag das dankbare Auswärtsspiel in Backnang an – schließlich war es für den ein oder anderen Spieler ein heimliches „Heimspiel“ und ermöglichte die Anreise per Fahrrad oder das Abstellen des Autos auf dem firmeneigenen Parkplatz vom „Gschäft“. Aber dazu später mehr.
Auch die Partie selber wirkte auf den ersten Blick dankbar: die SGOS stand trotz des erstmaligen Punktverlusts beim Derby gegen Sulzbach weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze, während der SV Großer Alexander II als Drittletzter lediglich vier Punkte aus sieben Partien vorweisen konnte. Die Backnanger mussten sich am vergangenen Wochenende in Leutenbach jedoch nur knapp mit 2:3 geschlagen geben und gewannen in der Vorwoche gegen Kirchberg II mit 5:3 – der „Große Alex“ war also auf einem aufsteigenden Ast. Die SGOS wiederum zeigte sich in den vergangenen Partien zwar defensiv stabil, allerdings ließ das fußballerische Niveau und das Spiel nach vorne trotz intensiven Trainings noch zu wünschen übrig. Desweiteren war man auf einen körperlich robusten Gegner eingestellt und wollte sich nicht wie gegen Sulzbach mit Diskussionen und Gemeckere aufhalten.
Bereits nach sechs Minuten der erste Aufreger: nach einem Eckball köpft der Spieler der Hausherren den Ball in Richtung Tor – Keeper Daniel Schwarz kann gerade noch so auf der Linie parieren, die Heimmannschaft plädiert auf Tor. Backnang hat in der Anfangsviertelstunde die besseren Abschlussmöglichkeiten, anschließend übernehmen die Gäste das Kommando. Trotz Powerplay kommt man jedoch nicht in die entscheidenden Abschlusssituationen. Gegen den Ball stimmt die Zuordnung jedoch nicht – trotz dessen, dass man hoch anlaufen will, lässt man den Gegner ins Spiel kommen und bringt sich durch die Unsortiertheit selber in die Bredouille. Die erste Halbzeit endet dann, wie sie angefangen hat: mit einem Aufreger. Nach einem Schuss der SGOS blockt der Abwehrspieler den Ball klar mit dem ausgestreckten Arm – die Pfeife des Unparteiischen bleibt stumm.
Stumm bleibt es in der Kabine ganz und gar nicht – eine zum im Vereinsheim gegrillten Souvlaki passend deftig-würzige Kabinenansprache adressiert die „katastrophale Leistung gegen den Ball“. Wörter wie „enttäuscht“ und „grauenvoll“ sowie ein Dreifachwechsel zur Halbzeit machen wohl auch dem letzten Spieler klar, dass es in der zweiten Halbzeit einer deutlichen Leistungssteigerung bedarf – zumal es nach wie vor 0:0 steht und auch der Gegner seine Chancen hatte.
Und wie schon in den letzten Partien muss es dann, wenn es spielerisch nicht läuft, eine Standardsituation ganz im Stile einer abgezockten Spitzenmannschaft richten: nach einem Eckball ist Servet Seker komplett blank – dieser zeigt dann, dass Kopfballstärke rein gar nichts mit der Körpergröße zu tun hat und es ein großer Fehler der Backnanger war, ihn so sträflich freizulassen. Sein Kopfball fliegt wieder auf den ersten Pfosten, wo Maximilian Vogt in der 54. Minute zum 1:0 einköpft. Vor lauter Ärger wird der ein oder andere griechische Gegenspieler wohl innerlich seinen Spitznamen „Malaga“ im Kopf gehabt haben…
Nur fünf Minuten später kann die SGOS nachlegen: der eingewechselte Julian Krämer legt im Sechzehner auf für Ronan Bannenberg, der den Ball kompromisslos in den Kasten knallt. Die SGOS nun mit Momentum, Ballkontrolle und Geduld für spielerische Lösungen, was in den letzten Wochen gefehlt hat. In der 77. Minute kann sich Daniel Schwarz mit einer überragenden Parade eines Fernschusses auszeichnen und die weiße Weste wahren. Ansonsten spielen überwiegend die Gäste, die dann auch noch zu einem dritten Treffer kommen: einen Steckpass von Nico Müller verwertet Julian Krämer drei Minuten vor Schluss souverän zum 3:0-Endstand – schön, die Kombination der beiden nach langer Zeit mal wieder auf dem Spielberichtsbogen zu sehen.
Nach einer schwachen ersten Hälfte zeigte sich die SGOS in Halbzeit zwei verbessert und erzielt nach zwei Partien endlich mal wieder ein Tor aus dem Spiel heraus. Defensiv war man erneut stabil und konnte das dritte Mal in vier Spielen ohne Gegentor bleiben. Fußballerisch konnte man zumindest in der zweiten Halbzeit punkten und hat den Ball und Gegner laufen lassen – das möchte man viel öfter so sehen. Damit bleibt man nach acht Spieltagen weiterhin ungeschlagen auf Tabellenplatz eins.
3 Tore, 3 Punkte – und 3 Promille? Die zahlreichen ausstehenden Kästen (wir berichteten) und die im Nachgang stattfindende Partie der Zweiten am selbigen Sportplatz weckten beim ein oder anderen Spieler den Durst nach hopfenhaltigen Kaltgetränken, was zu einer rekordverdächtigen Leistung von 3 Kästen führte. Während es manche Spieler auf mehr Getränke als Spielminuten brachten, durften andere Spieler die erlaubte Promillegrenze für Radfahrende auf die Probe stellen. Manch anderer wiederum hatte aufgrund der genannten Promillegrenze praktischerweise bereits sein Auto auf dem Firmenparkplatz stehen (lassen), sodass man am Montag ganz ohne Parkplatzsuche in den Arbeitstag starten konnte.
Am kommenden Wochenende ist die Dritte spielfrei, was Zeit für Erholung lässt. Die nächste Partie steigt am Sonntag, den 1. November auswärts bei der SGM Leutenbach/Weiler zum Stein II. Anpfiff ist um 12:15 Uhr.







